Ratgeber zum Thema:

Wußten Sie, dass Bakterien der Erkrankung an Darmkrebs und andere Krebsarten vorbeugen können?

Bereitgestellt von VERENA THURNER

 

Nüztliche Bakterien und die Darmgesundheit -
Darmkrebs und anderen Krebs-Erkrankungen vorbeugen

Die Gesundheit liegt im Darm, traditionelle Gesundheitslehren betonen diesen Aspekt schon von alters her. Die moderne Medizin beginnt mehr und mehr, den wahren Kern dieser Aussage in wissenschaftlichen Studien nachweisen zu können. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchung steht dabei die bakterielle Zusammensetzung der Darmflora. Diese scheint nach neueren Erkenntnissen eine entscheidende Rolle nicht nur für die Gesundheit des Darms zu spielen, sondern auch in der Vorbeugung von Krebserkrankungen wie Darmkrebs. Es sind manche Fragen im Detail offen, aber es hat sich bereits gezeigt, dass einige Bakterien im Darm der Gesundheit zuträglich sind, während bereits das bloße nachweisbare Vorhandensein anderer ein Alarmsignal sein kann.

Die Darmflora

Als Darmflora bezeichnet man die Gesamtheit der bakteriellen Zusammensetzung im Darm von Menschen und Tieren. Um sich eine Vorstellung von der Anzahl dieser Mikroorganismen zu machen, muss man sich vorstellen, dass es etwa zehn Mal so viele sind wie der menschliche Organismus Zellen enthält. In der Medizin wird auch von der Darmmikrobiota oder derDarmmikroorganismengemeinschaft gesprochen. Sie besteht aus einer Vielzahl von Mikroorganismen, die für die Gesundheit des menschlichen Organismus eine große Rolle spielen. Dieses komplexe Ökosystem, in dem hauptsächlich Bakterien, aber auch andere Mikroorganismen wie Archaeen (Einzeller) und Eukaryoten (Kleinstlebewesen) siedeln, bildet sich innerhalb des ersten Lebensjahres eines Menschen aus. Während des Geburtsvorganges gelangen die ersten Mikroorganismen in den kleinen Organismus. Im weiteren Verlauf kommt es dann auf die Ernährung des Babys an. So bildet die Darmflora von Flaschenkindern sehr schnell eine andere Struktur aus als die von gestillten Kindern. Gestillte Kinder weisen hauptsächlichBifidobakterien und Lactobazillen auf, die mit einem milchsauren Milieu die Abwehr des Kindes stärken, weil sie die Ansiedlung von schädlichen Mikroorganismen erschweren. Flaschenkinder hingegen bilden von Beginn des Lebens an eine Zusammensetzung ähnlich der eines bereits erwachsenen Menschen aus. Forscher gehen heute davon aus, dass die exakte Verteilung der Mikroorganismen bei jedem Menschen trotz gewisser identischer Grundstrukturen so individuell ist wie ein Fingerabdruck.

Funktionen der Darmbakterien im Menschen

Die Darmbakterien haben Einfluss auf verschiedene Funktionen im menschlichen Organismus. Unter anderem wirken sie ein auf

- die Immunabwehr.
- die Verdauung.
- die Verstoffwechselung von bestimmten Vitaminen.
- die Produktion von bestimmten Fettsäuren.
- diverse Entgiftungsfunktionen.
- die Leistungsfähigkeit des Menschen, insbesondere was die Audauerfunktion angeht.

Die gesunde Darmflora besteht im Wesentlichen aus vier anaeroben Bakterienstämmen:

- Firmicutes,
- Bacteroidetes
- Proteobacteria
- Actinobacteria

Veränderte Zusammensetzung bei Darmerkrankungen

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sich die Darmflora bei Darmerkrankungen und speziell bei Darmkrebs in erheblichem Maße verändert.
18 Bakterienarten fallen besonders auf, weil sie beim Auftreten von Tumoren im Darm in viel größerer Anzahl vorhanden sind als normalerweise bei gesunden, erwachsenen Menschen. Typische Bakterien in diesem Zusammenhang sind Fusobakterien. Die normalerweise im Mundraum angesiedelten und dort nicht besonders aggressiven Bakterien sind im Darmbereichschädlich, wenn sie sich vermehrt dort ansiedeln. Forscher diskutieren in diesem Zusammenhang die Vermutung, dass die schädlichen Bakterien in die Schleimhaut einwandern, dort dauerhaft Giftstoffe absondern und so über chronische Entzündungen zu Krebserkrankungen führen können.

Krebsvorsorge mit den "richtigen" Bakterien?

Für die Zusammensetzung der Darmflora ist die Ernährung einer der wichtigsten Faktoren. Die guten Bakterienstämme wie zum Beispiel Lactobazillen oder Bifidusbakterien profitieren von einem hohen Faseranteil, also Ballaststoffen in der Nahrung. Das typische moderne Essen mit viel Fett und Zucker, aber auch eine proteinlastige Ernährung mit viel Fleisch kommen dieser Anforderung gerade nicht entgegen. Wer Darmerkrankungen vorbeugen will, sollte also seine Ernährung in Richtung faserreich und vollwertig entwickeln. Man spricht auch von Präbiotika, wenn von den unverdaulichen Faseranteilen die Rede ist, die für den Erhalt der nützlichen Darmbakterien unverzichtbar sind. Ein hoher Anteil dieser Präbiotika sorgt für das Wohlbefinden der kleinen Mikroorganismen. Besonders reich an Faserstoffen sind zum Beispiel folgende Gemüsearten

Chicorée
Zichorienwurzel
Artischocken
Pastinaken
Löwenzahnwurzel
Porree
Zwiebeln
Schwarzwurzel
Topinambur
Äpfel

Inulin, das diese Gemüsearten unter anderem ausbilden, ist ein faserreiches, unverdauliches Polysaccharidgemisch, das nützliche Darmbakterien lieben.

Gut ernährte Bifidobakterien und Lactobazillen sind eine stabile Gewähr dafür, der Darmbesiedlung mit schädlichen Bakterien vorzubeugen. Damit wird insgesamt Verdauungsstörungen vorgebeugt und auch Sorge dafür getragen, dass Nährstoffe gut über den Darm in den Organismus aufgenommen werden. Das gesamte Immunsystem des Körpers wird durch ein gut zusammengesetztes Ökosystem im Darm gestärkt. Nach aktuellen Studien scheint man so auch Darmkrebs und anderenKrebsarten vorbeugen zu können, selbst wenn viele Einzelfragen noch erforscht werden müssen.
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