BAKTERIEN die nützliche „Helferchen“

Bakterien sind mikroskopisch kleine, einzellige Lebewesen. Praktisch auf jedem Fleck der Erde, in jedem Lebensraum, finden sich verschiedene Arten von Bakterien. Auch in und auf dem Menschen leben Bakterien, ungefähr 1014 der verschiedensten Arten. Wenn man diese Zahl ausschreiben würde, hätte man eine Eins mit 14 Nullen. Das sind zehnmal mehr, als ein Mensch Zellen besitzt.

Bakterien

Der Großteil dieser Bakterien sind nützlich und ohne sie könnten wir nicht überleben. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten dieser 'Helferbakterien' vor. Noch aus der Zeit, als man Bakterien zu den Pflanzen rechnete, heißen solche Bakterienansammlungen Flora. Dabei gehören zu einer Flora meistens noch andere Mikroorganismen, zum Beispiel Pilze oder Milben.

Darmflora

Im Darm leben etwa 99% der Bakterien, die den Menschen besiedeln. Diese Bakterien gehören mindestens 500 verschiedenen Arten an, vermutlich mehr. Zwei der wichtigsten Bakterien sind  Escheria Coli (E. Coli) und die Milchsäurebakterien. Je nach Darmabschnitt (z.B. Dünndarm oder Dickdarm) unterscheidet sich die Zusammensetzung der Flora.

Die Bakterien helfen bei der Verdauung und tragen zum Stoffwechsel bei, indem sie verschiedene Stoffe umwandeln. Außerdem versorgen sie die Darmwand mit Energie und bauen bestimmte schädliche Stoffe ab. Eine besonders große Rolle spielen die Fettsäuren (zum Beispiel Essigsäure), die von den Darmbakterien produziert werden. Diese regen die Darmperistaltik an, das sind die kontraktiven Bewegungen, mit denen die verdaute Nahrung weitertransportiert wird.

Eine gestörte Darmflora kann zu Blähungen, Durchfall, Infekten und Nahrungsmittel­un­ver­träg­lichkeiten führen. Auch das Immunsystem kann davon beeinflusst werden. Die Darmflora ist einerseits gestört, wenn zu wenige Bakterien (Unterbesiedelung) oder zu viele (Überbesiedelung) vorhanden sind. Andererseits kann auch eine falsche Zusammensetzung von Bakterien zu Problemen führen. 

 Mundflora

Auch im Mund lebt eine große Anzahl verschiedenster Bakterien. Diese haben zum Großteil eine schützende Funktion gegen schädliche Erreger. Ein Teil der Bakterien ist aber auch selbst schädlich für die Zähne, vor allem die Bakterienarten, die Karies und Plaque verursachen. 

Hautflora

 

Auch die Mikroorganismen der Hautflora sind äußerst nützlich. Vor allem bilden sie eine Barriere gegen Krankheitserreger. Ein infektiöser Erreger hat es schwer, sich auf der Haut auszubreiten, schlicht und einfach weil sie schon besetzt ist. Die Bakterien übernehmen also eine Art Platzhalterfunktion. Außerdem produzieren die Bakterien der Hautflora Stoffe, die die Haut leicht sauer machen. Das wird als Säureschutzmantel der Haut bezeichnet. Eine weitere nützliche Eigenschaft ist, dass sie bestimmte Abfallprodukte abbauen, zum Beispiel Hautschuppen und Talg.

Die Hautflora variiert je nach Hautbereich. Die meisten Bakterien leben in feuchten oder fettigen Bereichen der Haut, zum Beispiel in den Achselhöhlen oder auf der Stirn.

Bei einer Unter- oder Überbesiedelung der Haut kann es zu Hautveränderungen wie Schuppen oder Akne kommen.

 

 

Die Vaginalflora

Die Vaginalflora besteht vor allem aus Milchsäurebakterien. Wie bei der Haut auch, haben diese Mikroorganismen eine Platzhalterfunktion. Wenn alles mit Milchsäurebakterien bedeckt ist, können sich nur schwer schädliche Bakterien oder Pilze vermehren. Zum anderen produzieren Milchsäurebakterien, wie ihr Name schon andeutet, Milchsäure. Das führt zu einem sauren Milieu in der Scheide, welches einen weiteren Schutz gegen krankmachende Bakterien bietet.

Wenn zu wenig Milchsäurebakterien vorhanden sind, kommt es schnell zu bakteriellen Infektionen (eine sogenannte Vaginose) oder zu Pilzinfektionen.

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