Ratgeber zu:

Bakterien: Lebensnotwendig für unser Gesundheit

Bereitgestellt von LENA

 

 

  

Ökologie und ökologisches Gleichgewicht sind in aller Munde. Die Menschheit macht sich verständlicherweise große Sorgen um die durch Umweltzerstörung aus dem Lot gebrachte Natur. Dass jeder Mensch in sich selbst ein empfindliches ökologisches System beherbergt, ist indessen nur wenigen bekannt. 100 Billionen Bakterien besiedeln allein den menschlichen Darm. Ihr harmonisches Zusammenspiel mit dem Organismus trägt zu Wohlbefinden und Gesundheit bei.

 

 

Bakterien sind nicht schlimm, sondern lebensnotwendig.


Bakterium klingt für den Laien nach Krankheit. Das Bakterium trägt in seinen Augen Unangenehmes wie das Fieber oder den Magen-Darm-Infekt in den Körper und sollte nach Möglichkeit draußen bleiben. Die schlechte Nachricht für alle Bakterienphobiker: Der Mensch ist vom Scheitel bis zur Sohle von Bakterien besiedelt. Sie übertreffen die Anzahl der menschlichen Zellen um das zehnfache. Sie wohnen auf unserer Haut und siedeln in unseren Organen. Wenn ihre unvorstellbar große, nach Billionen zählende Zahl auf eine Waage gelegt würde, zeigte die Waage einen Wert zwischen ein und zwei Kilo an. Aus diesem Zahlenwerk leitet sich die gute Nachricht für den Bakterienphobiker ab: Bakterien sind nicht schlimm, sondern lebensnotwendig. Die moderne Wissenschaft weiß den Satz noch zu steigern: Bakterien sind nicht nur lebensnotwendig, sondern gesundheitsfördernd.

Schlechte, neutrale und gute Bakterien 

Der Blick des Menschen auf die Welt ist anthropozentrisch. So wird eine Sichtweise genannt, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die anthropozentrische Wissenschaft teilt das Bakterium in Symbionten, Kommensale und Parasiten ein. Symbiontische Bakterien schenken dem menschlichen Organismus Nutzen und ziehen selbst Nutzen aus ihm. Kommensale bringen weder Vor- noch Nachteile für den Menschen. Parasitäre Bakterien lösen in ihrem menschlichen Wirt Krankheiten aus. In den letzten Jahren hat die Wissenschaft vor allem die Symbionten und ihr Zusammenleben mit den Kommensalen und Parasiten ins Auge gefasst. Die Frage lautet: Wie sieht eine gesunde Bakterienflora aus? Wie kann das gesunde Gleichgewicht dieses empfindlichen Öko-Systems unterstützt werden? Nimmt die Stärkung menschenfreundlicher Bakterien Einfluss auf Krankheiten?

Das Ökosystem des Mikrobioms (Darmbakterien)

Die Mediziner stehen vor einem weithin unentdeckten Land: 90 Prozent Terra Incognita in der Bakterienforschung. Aber die Wissenschaft betritt unermüdlich Neuland. Ein Universum im Universum ist der menschliche Darm. Die gigantische Gemeinschaft von 100 Billionen Einzellern, die ihn besiedeln, wird als Mikrobiom bezeichnet. Eine grobe Unterteilung spricht von den gesundheitsschädlichen Kolibakterien; und von den menschenfreundlichen Probiotika, zu denen Lacto- und Bifidobakterien zählen. Im Dickdarm sollten die guten Bakterien einen Personalstamm von 85 Prozent bilden; diese stabile Mehrheit hält Krankheitspotenziale in Schach. Der Darm ist das Zentrum der Immunabwehr. Und obgleich wissenschaftlich verifizierte Untersuchungen zur Wirkung bestimmter Bakterien auf den Menschen und seine Erkrankungen noch fehlen, ist die Forschung sich einig: im Verständnis des Mikrobioms liegt ein Schlüssel zur Genese von Krankheit und Gesundheit. 

Humane Tier- und Menschenversuche

Die Universität von Los Angeles hat Mäuse getestet. Sie wurden in einer absolut keimfreien Umgebung aufgezogen. Die Folge: schwache Lebewesen mit einem mangelhaft ausgebildeten Immunsystem. Dann wurde diesen Mäusen eine Dosis der Darmmikrobe Bacteroides fragilis verabreicht. Der Laie würde sagen: Jetzt müssen diese Mäuse sterben, denn sie besitzen keine Immunabwehr. Das Gegenteil war der Fall - bei allen Tieren erholten sich die geschwächten Abwehrkräfte innerhalb weniger Tage und sie gingen gestärkt aus der Behandlung hervor.

Einer Gruppe von College-Studenten wurde während der Erkältungssaison über drei Monate ein Lactobacillus und ein Bifidobacterium verabreicht. Ergebnis: Die Studenten litten weniger heftig an Erkältungssymptomen und wiesen weniger Krankheitstage auf als eine Vergleichsgruppe. Die moderne fett- und zuckerreiche Ernährung sowie die unbedachte Verabreichung von Antibiotika beschädigt das Mikrobiom des Darms. Ein Breitbandantibiotikum kann bis zu 90 Prozent der Darmbakterien zerstören.

Die Beeinflussung von Krankheiten durch Bakterien ist zur Zeit noch Pionierarbeit - jedoch zeichnet sich ab, dass auf diesem natürlichen Weg das innere Ökosystem des Menschen ins Gleichgewicht gebracht werden könnte. Probiotische Bakterienmischungen haben sich beispielsweise zur Durchfallprophylaxe bei Kindern bewährt und den für die Kleinen schädlichen Antibiotika-Einsatz überflüssig gemacht.

Selbst Stimmungen und Gemütszustände scheinen durch Bakterien beeinflussbar zu sein. Im Tierversuch wurde ängstlichen Mäusen die Darmflora von mutigen übertragen. Ergebnis: die ängstlichen Tiere wurden mutiger. An menschlichen Probanden konnte nachgewiesen werden, dass diese nach mehrwöchiger gezielter Bakterieneinnahme im Hirnscanner-Test weniger negative Emotionen zeigten. Diese Studien belegen das diffzile Zusammenspiel zwischen der Bakterienpopulation eines Menschen und seinem Gesundheitszustand. Ein Ökosystem wie das Mikrobiom ist nur im Gleichgewicht gesund. Die gezielte Gabe therapeutischer Bakterien ist als natürliche und ganzheitliche Behandlungsmethode auf dem Vormarsch.

Ein Beitrag von LENA

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